DERZEIT IM UMBAU!!!

Lernumgebungen

Wir experimentieren mit verschiedenen Konzepte um eine inhaltlich tiefgründige und trotzdem spielerische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Themen zu ermöglichen. Unser Schwerpunkt ist erfahrungsorientiertes Lernen im Rahmen von Workshops & Retreats, sowie die Veröffentlichung von Leitfäden. Wir möchten in Zukunft jedoch auch digitale Formate entwickeln: z.B. Videos, Online-Kurse und Spiele.

Hier ist eine kleine Auswahl an Themen:

Mikroskopie

Ein Mikroskop erlaubt das visuelle Eintauchen in den Mikrokosmos. Da Mikroben erst mit Hilfe der Mikroskopie gesehen werden konnten, war sie auch der Hauptkatalysator für die Etablierung der Mikrobiologie als wissenschaftliche Disziplin. Für uns ist es eine großartige Möglichkeit, die Lebewesen kennenzulernen, die in unserer Umwelt leben: von Teichen und Pfützen bis hin zu Blättern, Moos, Erde und Kompost. Um etwas über Mikroben zu lernen, musst du nicht ihre Namen kennen und ihre Anzahl bestimmen. Wenn du gerade erst mit dem Mikroskopieren angefangen hast, ist es natürlich viel interessanter zu beobachten wie sie sich bewegen und ihr Ding machen. Nimm dir Zeit zum Beobachten. Freunde dich an.

Wenn du die Mikroben in deinem Boden kennenlernen möchtest, schau dir unseren “Kurzen Leitfaden zur Bodenmikroskopie” im Download-Bereich des HUMUS sapiens Projekts an

Wenn du dich mit Mikroskopie auseinandersetzt wirst du oft den Begriff "Vergrößerung" hören, der ein Maß dafür ist, wie viel größer das Objekt erscheint. Eine 100-fache Vergrößerung bedeutet, dass ein 1 mm kleines Lebewesen so aussieht, als wäre es 100 mm groß (10 cm). Begrenzt ist die Vergrößerung durch die so genannte "Auflösung", die angibt wie nahe zwei Objekte beieinander liegen dürfen um trotzdem noch unterschieden werden zu können. Wenn die Auflösung nicht gut ist, erscheint das Bild unscharf.

Es gibt viele Arten von Mikroskopen, aber alle haben diese grundlegenden Komponenten:

Linse oder Linsen
Die einfachste Ausführung ist eine einzelne Linse, die du nahe an dein Auge oder vor die Kamera deines Smartphones halten kannst (siehe "DIY-Mikroskopie"). Zusammengesetzte Mikroskope verwenden zwei Linsen: Eine befindet sich in der Nähe der Probe (die Objektivlinse) und erzeugt ein Bild, das dann durch eine zweite Linse (das Okular) durch die der Benutzer hindurchschaut, weiter vergrößert wird. Dies ermöglicht eine insgesamt stärkere Vergrößerung, den einfachen Austausch von Objektivlinsen zur Anpassung der Vergrößerung sowie ausgefeilte Beleuchtungsmethoden.

Lichtquelle
Du kannst die Sonne oder eine Kerze verwenden, um deine Probe zu beleuchten, aber vor allem für höhere Vergrößerungen ist es wichtig, eine stabile und einstellbare Lichtquelle zu haben. Professionelle Mikroskope verwenden eine sogenannte Kondensor-Linse, das das Licht sammelt und in einen Kegel paralleler Strahlen bündelt, der die Probe beleuchtet.

Probenhalter
Außer bei sehr geringer Vergrößerung ist es wichtig, den Abstand zwischen Probe und Objektiv (nah/fern) genau einstellen zu können, um den Fokus zu optimieren. Dies wird in der Regel mit Hilfe eines mechanischen "Tisches" erreicht, mit dem die Probe in allen drei Dimensionen bewegt werden kann: links/rechts, oben/unten & nah/fern.

Klassische Lichtmikroskopie

Wie oben beschrieben, vergrößert die Standardversion der Mikroskopie eine Probe nach den Gesetzen der Optik: Licht wird durch (Glas)-Linsen gebrochen und erzeugt ein größeres Bild des Objekts. Es gibt viele Varianten (z.B. Dunkelfeld), die für unterschiedliche Zwecke nützlich sind.

Für die folgenden Bilder haben wir ein einfaches gebrauchtes Mikroskop (von Zeiss) und eine günstige Okularkamera (von Bresser) verwendet. Die Qualität der Mikrofotografien ist absichtlich auf Amateurniveau um sie mit Bildern vergleichen zu können, die du bei einem Einsteiger-Workshop oder beim Experimentieren zu Hause erreichen kannst.

DIY-Mikroskopie

Mit der Linse eines billigen Laserpointers oder einer Webcam kannst du mit deinem Smartphone oder Computer kleine Insekten und andere Kreaturen vergrößern, die am Rande der sichtbaren Welt leben. Hier treffen Makrofotografie und Mikroskopie aufeinander.

Wenn du ein wirklich gutes Objektiv findest, ist es sogar möglich Bakterien und andere Mikroben zu sehen, aber es ist ein bisschen schwierig den Fokus richtig einzustellen. Eine Anleitung zum Bau eines Webcam-Mikroskops findest du im Hackteria-Wiki .

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Bakteriophagen

Hast Du schon mal von Bakteriophagen gehört?
Möchtest Du mehr über diese winzigen Viren erfahren?

Überall dort, wo es Bakterien gibt (also fast überall) gibt es auch Bakteriophagen oder kurz Phagen. Da Phageín auf altgriechisch „fressen“ heißt, und es sich um Viren handelt die nur Bakterien befallen, werden Phagen auch gerne als Bakterienfresser bezeichnet.

Schon vor über 100 Jahren wurden die kleinen Viren entdeckt, beschrieben und kurz darauf auch schon medizinisch eingesetzt. Später wurden die Phagen durch das aufkommen der Antibiotika weitgehend verdrängt und erst in den letzten Jahren steigt wieder das Interesse: da immer mehr gefährliche Bakterien (z.B. die sogenannten Krankenhauskeime) Resistenzen gegen Antibiotika ausbilden, werden die Bakteriophagen wieder medizinisch interessant.

Einige Bakteriophagen sehen ein bisschen aus wie Marsroboter und die meisten Biologen sind sich einig, dass es keine Lebewesen sind. Wobei wir an dieser Stelle wohl diskutieren müssten was Leben eigentlich ist. Heben wir uns dass doch erstmal für die FAQs auf.

Phagen vermehren sich als Parasiten innerhalb von Bakterienzellen. Dem Opfer wird ein Stück DNA injiziert, dass dafür sorgt das die Zelle ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigt und stattdessen nur noch Phagen herstellt. Irgendwann platzt das Bakterium, die neuen Phagen werden verteilt und das ganze geht wieder von vorne los.

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Fermentation

‚Fermentation‘ ist die Umwandlung von organischen Stoffen durch Mikroorganismen. Bei der Lebensmittelherstellung und Konservierung wird viel fermentiert: besonders bekannt sind Bier, Wein, Joghurt, Käse und Sauerkraut. Aber auch Tee, Kakao, Kaffee und Tabak werden von Mikroben veredelt und dadurch erst so richtig schmackhaft. Darüber hinaus gibt es aber noch tausende andere Rezepte und regionale Variationen von Sauerteig über Kimchi, Kefir und Kombucha bis zu vergorenem Fisch.

Auch industriell werden Mikroorganismen in immer größerem Maßstab eingesetzt: Hersteller von Bio-Gas und Ethanol als Kraftstoff sind nach den Brauereien vermutlich die größte Fermentations-Industrie. Aber auch Grundstoffe der Chemieindustrie und Medikamente werden heute immer öfter von Bakterien und Hefen hergestellt.

Für uns ist die Fermentation in erster Linie eine sehr direkte und schmackhafte Methode dem mikrobiellen Leben etwas näher zu kommen… Darum wollen wir unseren kleinen Freunden ein schönes Zuhause schenken - sowohl in diversen Gläsern als auch in unseren Bäuchen.

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Weitere Themen

Auch zu folgenden Themen haben wir Formate entwickelt und teilweise bereits veröffentlicht:
* Pilzbasierte Bioreaktoren
* Boden Chromatographie
* Mycorrhiza-Symbiosen
* Rädertierchen