HUMUS sapiens: open soil research

Das Global Hackteria Network, Gasthaus: Fermentation and Bacteria und die mikroBIOMIK Gesellschaft schließen sich zusammen, um "citizen science" und "hacker spirit" auf Bodenökologie anzuwenden:
Für eine langfristig angelegte Kooperation wollen wir ein Netzwerk von Boden-Enthusiasten aufbauen, und wir laden DICH ein mitzumachen.

Bislang sind in 2018 zwei Veranstaltungen geplant: Anfang Mai organisieren wir ein Retreat-Wochenende im Wald in der Nähe von Schaffhausen, bei dem wir DIY-Methoden entwickeln, sowie Workshop-Konzepte erarbeiten werden. Im Juli werden wir diese Konzepte und Ideen beim ersten mikroBIOMIK Workshop Wochenende im Wald in der Nähe von München anwenden und weiterentwickeln.

Die Geschichte von HUMUS SAPIENS

Im September 2017 traf sich eine internationale und interdisziplinäre Gruppe beim Klöntal Biohack Retreat in einem wunderschönen Tal in den Schweizer Alpen:
Maya Minder und Marc Dusseiller hatten interessante Leute aus verschiedenen europäischen und asiatischen Ländern zum Austausch eingeladen: Es entstand ein Ort, an dem taiwanesische Biokünstler, schwedische Hardware-Designer, indonesische Architekten und schweizer Biochemiker - um nur ein paar Beispiele zu nennen - Ideen austauschten, Projekte entwickelten und mit Biologie spielten. Vier intensive Tage, an denen wir die Natur entdeckten und Erfahrungen, Rezepte, Anleitungen, Werkzeuge, Mikroben und gutes Essen teilten.
Eines der Themen war Bodenökologie: Julian hatte ein 70er Jahre Mikroskop dabei, mit dem Bodenproben aus seinem Garten mit Proben aus den Bergen verglichen wurden. Neben vielen, verschiedenen Erkenntnissen entstanden dabei auch die Videoaufnahmen auf dieser Seite. Es kam zu vielen spannende Diskussionen über Boden, Technik, Wissenschaft und Gesellschaft - und der Frage, wie diese Themen zusammen hängen.

Während des Hackteria Futures Meeting in Zürich im Januar 2018 entstand dann die Idee eine langfristig angelegte Kooperation zum Thema «open soil research» zu beginnen, und eine Crowdfunding-Kampagne zu starten...

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Die open soil research Veranstaltungen

04.05.2018 - 06.05.2018 Hackteria soil retreat

Rund zehn Kilometer außerhalb von Schaffhausen, inmitten von Hügeln und Wäldern, liegt das Randelab. Anfang Mai findet hier das «Hackteria soil retreat» statt, bei dem sich Wissenschaftler, Biohacker, Künstler, Maker, Lehrer, Ökologen und Landwirte treffen, um neue DIY-Konzepte und Workshops zum Thema Bodenökologie zu entwickeln.
Special Guests: Lucy Patterson & Urs Gaudenz .
Je nach Erfolg der Crowdfunding-Kampagne werden wir auch Gäste aus Asien, Afrika oder Amerika einladen können.
Im Anschluss werden einige der Teilnehmer in andere Städte der Schweiz fahren, um ihre Arbeit fortzusetzen, und ihre Eindrücke und Erfahrungen weiterzugeben. Fribourg und Lucerne stehen als Ziele bereits fest.
Wenn Du Deine Kompetenz und Deinen Enthusiasmus einbringen, und Zeit mit inspirierenden Menschen verbringen willst, kannst Du hier Dein reduziertes Ticket kaufen.

20.07.2018 - 22.07.2018 mikroBIOMIK Workshop Wochenende

Ca. 30 km vom Münchener Stadtzentrum entfernt liegt die auch als Projekt Draussen bekannte ‘Klause zum Schindergraben’ direkt neben der Isar und inmitten von ursprünglichen Wäldern.

An ein paar sonnigen und warmen Tagen im Juli (20.-22.07.2018) werden die Wälder und Wasser, sowie das Haus selbst zum Austragungsort des ersten mikroBIOMIK Workshop Wochenendes.
Auch, wenn sich diese Veranstaltung eher an interessierte (noch) Nicht-Experten aus dem Münchener Raum richtet, sind natürlich Alle willkommen, die sich einbringen wollen. Das Workshop Wochenende wird flexibel strukturiert sein, um möglichst viele Fragen und Ansätze mit den Teilnehmern zusammen entwickeln zu können. Die Konzepte und Werkzeuge vom «Hackteria soil retreat» werden in Kombination mit der einmaligen Landschaft eine spielerische und inspirierende Lernumgebung schaffen.
Wenn Du Dir Deine Hände "schmutzig" machen, mehr über Bodenökologie lernen, und die Abende diskutierend am Lagerfeuer oder bei einem Konzert im Wald verbringen möchtest, kannst Du hier Dein reduziertes Ticket kaufen.

Einige der Fragen, die wir stellen möchten:

1) Was ist eigentlich Humus?

Das Wort bedeutete ursprünglich schlicht Erde und stammt etymologisch vom Wort homo (“Mensch”) ab. Dieser wunderschöne Begriff erlaubt vielfältige Interpretationen...

2) Was ist der Unterschied zwischen biologisch und konventionell bebautem Boden?

Obwohl es bereits etliche Studien zum Vergleich der Bodengesundheit auf biologisch oder konventionell betriebenen Bauernhöfen gibt, fokussieren diese zumeist auf die chemischen Zusammensetzung. Inzwischen wird aber immer mehr Wissenschaftlern und Landwirten bewusst, dass die mikrobiologischen Gemeinschaften eine Schlüsselrolle bei der Bodengesundheit spielen. Eine interessante wissenschaftliche Veröffentlichung zum Thema gibt es hier (Englisch).

3) Wie kann man die Bodengesundheit mit kostengünstigen open-source Technologien messen?

Feuchtigkeit und Atmungsaktivität des Bodens kann mit einfachen, selbstgebauten Instrumenten gemessen werden; die mikrobielle Artenvielfalt lässt sich unter dem Mikroskop eingeschätzen.
Hacker und Tüftler weltweit beschäftigen sich seit etlichen Jahren mit Bodenanalysen. Wir werden diese Ideen und Konzepte sammeln, und als Basis für unsere eigene Forschung verwenden.

4) Wie beeinflusst die mikrobielle Artenvielfalt das Pflanzenwachstum?

Gesunder Boden hat eine hohe Artenvielfalt an Mikroben und wirbellosen Tieren (z.B. Regenwürmern). In der Forschung ist noch kaum verstanden, wie diese Organismen das Pflanzenwachstum und den Nährstoffgehalt der späteren Früchte beeinflussen. Wir glauben zwar nicht, dass wir diese Fragen im Zuge unseres Projektes befriedigend klären können, hoffen aber neue Strategien zu entwickeln, um die Forschung weiter voranzubringen.

5) Können wir den Einfluss von Chemikalien (z.B. Glyphosat) auf unseren Boden messen?

Der weitverbreitete Einsatz von Glyphosat/Roundup und anderer Agrochemikalien wird aktuell heftig diskutiert. Gibt es eine Möglichkeit für uns die Debatte konstruktiv zu befeuern, indem wir die Wissenschaft hinter der Politik durch einen einfacheren Zugang zu Bodenökologie stützen?

6) Wie können wir unsere Erkenntnisse effizient weitergeben?

Open access Veröffentlichungen, Wikis und Workshops sind etablierte und erfolgreiche Formen der Wissensverbreitung. Aber wie erreichen wir Menschen, die keinen / kaum Zugang zum Internet haben?

Ergebnisse und Dokumentation

Im Sinne von OPEN SCIENCE werden wir alle Ergebnisse des Projektes (unter anderem) hier veröffentlichen:

Unterstützer und Sponsoren

Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren Unterstützern und Sponsoren bedanken, die dieses Projekt erst ermöglicht haben:



HUMUS SAPIENS ist ein Gemeinschaftsprojekt von: